Foto: Taxi im Stadtverkehr © Bild von wal_172619/Pixabay
Der Landkreis Saalekreis hat eine neue Taxitarifverordnung beschlossen. Vom 1. Juni an fahren Fahrgäste im Kreis und in Halle (Saale) im Schnitt elf Prozent teurer. Was sich konkret ändert und warum die Unternehmer den Schritt selbst beantragt haben.
Merseburg, 22. Mai 2026 – Eine Taxifahrt im Saalekreis kostet ab dem 1. Juni spürbar mehr. Der Landkreis hat eine überarbeitete Tarifverordnung verabschiedet, die für das gesamte Kreisgebiet und für Halle (Saale) gilt – beide bilden ein gemeinsames Pflichtfahrgebiet. Unter dem Strich müssen Fahrgäste mit etwa elf Prozent höheren Preisen rechnen.
Den Ausschlag für die Erhöhung gaben die Lohnkosten. Zwischen 2022 und 2027 wächst der gesetzliche Mindestlohn in mehreren Schritten von 12 auf 14,60 Euro. Parallel dazu sind die laufenden Kosten im Gewerbe gestiegen, vom Kraftstoff bis zur Versicherung, dazu kommt die allgemeine Teuerung. Die alten Preise stammten vom 1. Oktober 2022 und deckten nur die damals bereits feststehenden Mindestlohnstufen ab – die späteren Anhebungen blieben außen vor.
Beantragt haben die neuen Tarife die Taxiunternehmer der Region. Ihr Antrag ging im Februar 2026 beim Landkreis ein. Bevor die Verordnung in Kraft treten konnte, schrieb das Gesetz eine Anhörung vor: Befragt wurden unter anderem Städte und Gemeinden, die Industrie- und Handelskammer Halle-Dessau, das Landeseichamt sowie Gewerkschaften und Verbände. Widerspruch gab es nicht, alle Beteiligten stimmten dem Vorhaben zu.
Grundentgelt steigt auf 4,50 Euro
Spürbar wird die Anhebung gleich beim Einsteigen: Das Grundentgelt klettert von 3,90 auf 4,50 Euro. Teurer werden außerdem der gefahrene Kilometer sowie Warte- und Anfahrtszeiten. Nur wer ein Großraumtaxi bestellt, zahlt dafür denselben Zuschlag wie bisher.
Der Landkreis begründet den Schritt mit zwei Zielen: Das Taxigewerbe solle wirtschaftlich tragfähig bleiben, und die Menschen in der Region sollten sich weiter auf ein verlässliches Angebot verlassen können.





