Junge Erwachsene in Sachsen-Anhalt am stärksten von Armut bedroht

ÜberregionalJunge Erwachsene in Sachsen-Anhalt am stärksten von Armut bedroht

Die Armutsgefährdungsquote in Sachsen-Anhalt klettert weiter nach oben. Besonders betroffen sind junge Erwachsene, Alleinerziehende und Menschen, die allein leben.


In Sachsen-Anhalt ist die Armutsgefährdungsquote im vergangenen Jahr weiter gestiegen. Nach den ersten Ergebnissen des Mikrozensus 2025 lag sie bei 15,3 Prozent, wie das Statistische Landesamt Sachsen-Anhalt mitteilte. Im Jahr davor waren es noch 0,2 Prozentpunkte weniger. Als armutsgefährdet gilt, wessen Haushaltseinkommen unter 60 Prozent des bedarfsgewichteten Medianeinkommens im Land liegt. Zugrunde gelegt wird dabei die jeweilige regionale Armutsgefährdungsschwelle, die sich am mittleren Einkommen des jeweiligen Bundeslandes bemisst.

Junge Erwachsene tragen das größte Risiko

Am stärksten betroffen war im vergangenen Jahr die Gruppe der 18- bis unter 25-Jährigen. Mit 26,0 Prozent hatte sie von allen Altersgruppen das höchste Armutsrisiko, zugleich war der Wert der niedrigste seit 2021. Bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren fiel die Entwicklung gegenläufig aus. Ihre Quote lag mit 19,5 Prozent ebenfalls über dem Landesdurchschnitt und stieg bereits das dritte Jahr in Folge.

Alleinerziehende und Einzelhaushalte besonders gefährdet

Auch der Haushaltstyp macht einen Unterschied. Wer allein lebte, war 2025 zu 28,3 Prozent armutsgefährdet. Unter den Familien mit Kindern traf es Alleinerziehende am härtesten, mit einer Quote von 33,5 Prozent. Auch kinderreiche Familien mit zwei Erwachsenen und mindestens drei Kindern lagen mit 29,7 Prozent deutlich über dem Schnitt. Am seltensten betroffen waren Paare mit einem Kind, ihre Quote lag bei 7,2 Prozent und damit am niedrigsten unter allen Haushaltsformen mit Kindern.

Die neuen Zahlen fallen wenige Tage vor dem Internationalen Tag für die Beseitigung von Armut, der jährlich am 17. Oktober begangen wird und auf die Lebenssituation von Menschen aufmerksam machen soll, die von Armut und sozialer Ausgrenzung betroffen sind.

Mit Material der dts Nachrichtenagentur

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