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Mit einem eigens produzierten Recruiting-Film will die Stadt Merseburg junge Menschen auf die Berufsmöglichkeiten in der Verwaltung aufmerksam machen. Fast 30 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus verschiedenen Ämtern wirkten daran mit.
Bei einer Pressevorführung im Büro des Oberbürgermeisters stellte die Stadt Merseburg am vergangenen Dienstag, dem 15.09.2026 ihren neuen Recruiting-Film vor. Produziert wurde er im Juni und Juli von einer externen Firma, mit dem Ziel, dem Fachkräftemangel in der eigenen Verwaltung entgegenzuwirken.
Wer an eine Stadtverwaltung denkt, hat meist das Einwohnermeldeamt vor Augen, die Kämmerei oder das Ordnungsamt. Weniger geläufig ist dagegen, dass auch die Feuerwehr, das Schwimmbad, der Gartenbau oder die Stadtbibliothek zu den Aufgaben einer Kommune zählen, ebenso der Reinigungsdienst oder das Citymanagement. Genau diese Bandbreite an Berufsfeldern soll der neue Film jetzt sichtbar machen.
Wie groß der Nachholbedarf beim Thema Berufsorientierung tatsächlich ist, zeigte sich erst vor Kurzem. Auf der Ausbildungsmesse „Perspektive Job 4.0″ am 5. September im Ständehaus staunte Oberbürgermeister Sebastian Müller-Bahr (CDU), wie wenig jungen Menschen bekannt sei, was die Stadtverwaltung an beruflichen Möglichkeiten zu bieten habe. Der Film lief dort bereits, wenn auch noch nicht in seiner endgültigen Fassung. Neue Flyer gibt es inzwischen ebenfalls, doch nichts erzählt die Geschichte der Verwaltung so gut wie bewegte Bilder, findet Müller-Bahr.
Rund 30 Mitarbeiter wirkten beim Film mit
Statt auf Stockfotos oder Schauspieler zu setzen, wählte die Stadt bewusst die eigenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für den Film aus, ganz im Sinne des Merseburger Leitmotivs, wonach der Mensch im Mittelpunkt stehen soll. Rund 30 Kolleginnen und Kollegen aus verschiedenen Bereichen der Verwaltung haben mitgemacht, freiwillig und mit sichtbarer Lust, das eigene Arbeitsumfeld nach außen zu tragen. Tatsächlich hätten sich aus den einzelnen Ämtern noch deutlich mehr Mitarbeiter beteiligen wollen, als am Ende in die knapp bemessenen 1:44 Minuten passten.
„Die Stadtverwaltung ist wie eine große Familie“, sagt Mitarbeiter Jung vom Jugend- und Sportamt. Wie unterschiedlich die Aufgaben dort tatsächlich sind, zeigt sich besonders im Ordnungsamt, sagt der Oberbürgermeister. Dort reicht das Tätigkeitsfeld weit über das hinaus, was viele damit verbinden, mit einem Strafzettel hinter dem Scheibenwischer ist es jedenfalls nicht getan.
Genau diese Vielfalt wollte der Film zeigen, ohne dabei zum reinen Werbespot zu werden. Er versteht sich weder als klassischer Imagefilm noch als reines Recruiting-Video, sondern wirkt eher wie eine Einladung, fast wie ein herzlicher Empfang. Auch das Querformat war deshalb eine bewusste Entscheidung, damit sich der Film später unabhängig vom jeweiligen Format einsetzen lässt.
Auch im Domstadtkino zu sehen
Zu sehen sein wird der Film nicht nur auf den Social-Media-Kanälen der Stadt, sondern auch im Domstadtkino. Geworben werden soll damit ausdrücklich auch über Merseburg und den Saalekreis hinaus. Wann genau die Vorführung im Kino beginnt, steht noch nicht fest, zwischen einer und vier Wochen soll es dauern, je nachdem, wann die endgültige Fassung vorliegt.
8.000 Euro hat die Produktion gekostet – gut investiertes Geld, wie es in der Verwaltung heißt. Denn über den Film hinaus sind bei den Dreharbeiten auch zahlreiche Fotos entstanden, die sich über Jahre hinweg für weitere Recruiting- und Aufmerksamkeitskampagnen nutzen lassen.
Auch an einer neuen Homepage wird derzeit gearbeitet, ein weiterer Baustein der Kampagne. Wer neu bei der Stadtverwaltung anfängt, bekommt ohnehin ein Willkommenspaket mit hauseigenem Merch überreicht.







