Foto: Alle 4 haben bestanden. © Feuerwehr Merseburg
Vier Kameradinnen und Kameraden der künftigen Freiwilligen Feuerwehr Meuschau haben am Samstag ihre Prüfung zum Truppmann Teil 1 abgelegt. Am letzten Prüfungsstand kam der Alarm, und aus der Übung wurde der erste echte Einsatz.
Um acht Uhr am Samstagmorgen lagen die Fragebögen im Unterrichtsraum der Merseburger Wache in der Oeltzschnerstraße bereit. Rund 70 Fragen zu Recht, Gerätekunde, Brennen und Löschen, dafür eine Stunde Zeit. Vier angehende Kameradinnen und Kameraden der künftigen Freiwilligen Feuerwehr Meuschau legten an diesem Tag ihre Prüfung zum Truppmann Teil 1 ab, und die volle Stunde brauchte am Ende keiner.
Angefangen hatte das im Oktober 2025, nachdem die Stadt Merseburg im Sommer beim Pfingstfest in Meuschau dazu aufgerufen hatte, in Meuschau wieder eine Freiwillige Feuerwehr aufzubauen. Seither trifft sich die Gruppe alle zwei Wochen mittwochs an der Wache, insgesamt siebzig Stunden nach Feuerwehrdienstvorschrift 2. Der Ortsteil hatte bis 2005 eine eigene Wehr, gegründet 1932, aufgelöst wegen Personalmangels. Künftig soll die Feuerwehr auch wieder aus Meuschau kommen.
Nach dem Fragebogen kam die Praxis
Nach der Theorie ging es in die Fahrzeughalle. Dort waren Knoten und Stiche dran, darunter Spierenstich und Zimmermannsschlag, dazu das Einbinden von Gerätschaften. Was in der Übung längst sitzt, will unter Prüfungsbedingungen noch einmal neu gefunden werden. Draußen am Fahrzeug liefen dann zwei Aufgaben nebeneinander, ein Team baute eine Beleuchtung auf, das andere brachte die Steckleiter in Stellung. Die Ausbilder zeigten sich im Anschluss zufrieden.
Als letzte Station stand der Löschangriff nass an, mit vermisster Person im Brandraum. Die Positionen wurden vorher per Karte gezogen, Wassertruppführer oder Schlauchtruppmann, danach wusste jeder, wo er steht. Damit die Gruppe vollzählig war, ergänzten erfahrene Kameraden den Angriffstrupp. Der Gruppenführer gab den Einsatzbefehl, der Angriffstruppführer wiederholte ihn, und dann liefen die Handgriffe, für die es die Monate davor gebraucht hatte. Die Prüflinge stellten die Wasserversorgung her und kuppelten den Angriffstrupp am ersten Rohr an. Der nächste Befehl an den Schlauchtrupp lautete, die Schaumversorgung aufzubauen. Genau an dieser Stelle kam die Ansage, Stopp – alles zurückbauen und aufzuladen, es gehe raus zum Einsatz.
Der erste Einsatz mitten in der Prüfung
Während am Rohr gearbeitet wurde, waren im Hintergrund die Sirenen und die Meldeempfänger der Merseburger Kameraden losgegangen. Bei den vier Prüflingen kam davon nichts an, so konzentriert liefen die Abläufe, und der erste Gedanke war, die Ausbilder hätten noch eine Belastungsprobe eingebaut. Es war aber der Ernstfall. Im Carl-von-Basedow-Klinikum hatte eine Brandmeldeanlage ausgelöst, und weil jede Meldung ernst genommen wird, ging es kurz darauf mit der regulären Ausrückung zum Klinikum.
Für die vier war es die erste Blaulichtfahrt. Am Morgen war der erste Einsatz noch ein Spaß am Rand gewesen, wenige Stunden später saßen sie im Fahrzeug. Am Einsatzort zeigte sich schnell, dass kein Brand vorlag. Nachdem die Ursache geklärt war, wurde die Anlage zurückgestellt und wieder scharfgeschaltet, dann rückten alle Kräfte ab und fuhren zurück zur Wache.

Foto: Nach der Prüfung sofort zum ersten Einsatz © Feuerwehr Merseburg
Bestanden, und weiter geht die Ausbildung
Dort verkündete Stadtwehrleiterin Peggy Drehkopf das Ergebnis. Alle vier haben bestanden. Ausbilderinnen, Ausbilder und Kameraden gratulierten den frisch gebackenen Feuerwehrfrauen und Feuerwehrmännern. Damit ist der erste Teil der Grundausbildung abgeschlossen. Als Nächstes folgt der Sprechfunklehrgang, danach Truppmann Teil 2 über zwei Jahre, und wer will und gesundheitlich passt, macht noch den Atemschutz.
Der Dank der vier gilt den Ausbilderinnen und Ausbildern und der Kameradschaft in Merseburg, die in ihrer Freizeit und mit Geduld die Grundlagen vermittelt haben und die nächsten Stufen ebenfalls begleiten werden.
Wer nun auch Lust bekommen hat und mitmachen will, meldet sich gerne bei der Feuerwehr Merseburg.
Der Autor gehört zu den vier Prüflingen der künftigen Freiwilligen Feuerwehr Meuschau, die am 12. September Truppmann Teil 1 bestanden haben.







