Foto: Frau Schütze mit dem Oberbürgermeister und Einrichtungsleiterin Catharina Schuldt © Enrico Sempert
Mit Blumen, Sekt und Gesang wurde Frau Schütze an ihrem 101. Geburtstag in der Merseburger Seniorenresidenz gefeiert. Auch der Oberbürgermeister ließ es sich nicht nehmen zu gratulieren.
Merseburg, 5. Mai 2026 – Mit einem großen Blumenstrauß, einem Glas Sekt und einem gemeinsamen Ständchen ist Frau Schütze am Dienstag in der compassio Seniorenresidenz in Merseburg zu ihrem 101. Geburtstag gefeiert worden. Oberbürgermeister Sebastian Müller-Bahr hatte sich persönlich angekündigt, um der Jubilarin die Glückwünsche der Stadt zu überbringen.
Gegen 11 Uhr versammelten sich Bewohner, Mitarbeiter und Gäste, um gemeinsam mit Frau Schütze anzustoßen und für sie zu singen. Auch eine Nichte von Frau Schütze war eigens angereist – einer der wenigen familiären Kontakte, die der 101-Jährigen geblieben sind. Zur Tochter besteht seit etlichen Jahrzehnten kein Kontakt mehr. Umso wichtiger ist für Frau Schütze das Umfeld in der Residenz, wo sie seit dem Einzug im März feste Bezugspersonen gefunden hat.
Geboren in der Weimarer Republik
Wer kurz nachrechnet, dem wird bewusst, welche Zeitspanne ein solches Leben umfasst. Frau Schütze wurde 1925 geboren – in den letzten Jahren der Weimarer Republik. Sie erlebte die Zeit des Nationalsozialismus und den Zweiten Weltkrieg, die Nachkriegsjahre, Jahrzehnte der DDR und schließlich die Wiedervereinigung. Mehr als ein Jahrhundert Weltgeschichte, durchlebt im Herzen Deutschlands.
Trotz ihres hohen Alters ist Frau Schütze nach Auskunft von Einrichtungsleiterin Catharina Schuldt erstaunlich rüstig. Sie erledige vieles noch selbstständig, soweit es ihr gesundheitlicher Zustand am jeweiligen Tag zulasse. Dass sie hin und wieder etwas vergesslich sei, findet Schuldt wenig verwunderlich – mit 101 Jahren sei das wohl kaum außergewöhnlich.
Neubau mit wachsender Gemeinschaft
Die compassio Seniorenresidenz in der Preußerstraße hatte erst im März dieses Jahres eröffnet. Frau Schütze war damals eine der allerersten Bewohnerinnen, die in den Neubau einzogen. Mittlerweile leben 31 Menschen in der Einrichtung, die insgesamt 137 Pflegeplätze bietet. Das Haus verfügt unter anderem über einen großzügigen Speisebereich, der den Bewohnern als Treffpunkt dient.
Die Kosten für einen Platz in der Residenz liegen derzeit bei rund 4.200 Euro pro Monat, sind allerdings noch nicht endgültig festgesetzt. Die Verhandlungen mit der Pflegekasse laufen noch, teilte Einrichtungsleiterin Catharina Schuldt, auf Nachfrage von Merseblatt vor Ort mit. Perspektivisch könnte der Preis nach Abschluss der Gespräche noch sinken – konkrete Zahlen lassen sich zum jetzigen Zeitpunkt jedoch nicht nennen.
Für Frau Schütze war der Tag aber noch nicht vorbei: Am Nachmittag gegen 15 Uhr stand eine festliche Kaffeetafel im Café der Residenz auf dem Programm, zu der weitere Gäste erwartet wurden.







