Foto: S-Bahn Mitteldeutschland © Enrico Sempert
Ende März kollidierte eine S-Bahn in Merseburg-Süd mit Baumstämmen im Gleis. Merseblatt hat bei der Deutschen Bahn nachgefragt – zu offenen Zugängen, geplanten Maßnahmen und dem Zustand der Brücke, auf der der Zug zum Stehen kam.
Merseburg, 21.04.2026 – Nach der Kollision einer S-Bahn der Linie S11 mit mehreren Baumstämmen nahe der Haltestelle Bergmannsring Ende März hat Merseblatt bei der Deutschen Bahn nachgefragt. Es ging um den Zugang zur Bahnstrecke im Bereich der Steigerstraße, um mögliche Sicherungsmaßnahmen und um den Zustand der Bahnbrücke in der Geiseltalstraße, auf der der Zug nach der Kollision zum Stehen kam.
Hintergrund der Anfrage waren Hinweise von Anwohnern, die seit Längerem beobachten, dass Personen entlang der Gleise laufen oder die Strecke als Abkürzung nutzen. Der Zugang im Bereich der Steigerstraße ist weitgehend offen – da es sich um eine Dieselstrecke ohne Oberleitungen handelt, ist die Gefahr auf den ersten Blick weniger offensichtlich als anderswo.
DB bestätigt: Merseburg-Süd wird geprüft
Die Deutsche Bahn teilte auf Anfrage mit, dass die eingegangenen Hinweise dazu geführt hätten, Merseburg-Süd „mit zur Bearbeitung“ aufzunehmen. Es sei eine Ermittlung zu den Ursachen der Gleisüberschreitungen eingeleitet worden, erklärte Katja Stumpp, Leiterin der DB-Kommunikation für Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen.
Welche konkreten Maßnahmen daraus folgen, stehe noch nicht fest. In der Regel handele es sich um Aufklärungsmaßnahmen, Warnhinweise, die Zusammenarbeit mit der Gemeinde und gegebenenfalls bauliche Maßnahmen, so die DB. Eine Einzäunung sei dabei in der Regel nicht zielführend, solange kein Verständnis für das Fehlverhalten erzeugt werden könne.
Zum Brückenzustand noch keine Auskunft
Zur Bahnbrücke in der Geiseltalstraße konnte die Deutsche Bahn bislang keine standortbezogene Auskunft geben. Die Recherche dazu laufe noch, hieß es. Allgemein verwies die DB darauf, dass sie bundesweit mehr als 25.700 Eisenbahnbrücken unterhalte, die regelmäßig von Fachleuten geprüft würden. Der Gesamtzustand werde mit „gut“ bewertet. Rund 4,5 Prozent der Bauwerke fielen in die schlechteste Zustandskategorie – doch auch diese seien für den Bahnbetrieb sicher, andernfalls würde kein Betrieb zugelassen, so die DB.
Ob die Brücke in der Geiseltalstraße zu dieser Kategorie gehört und ob eine Entgleisung an dieser Stelle ein Risiko für die Konstruktion hätte darstellen können, ist derzeit noch offen.
Bundespolizei ermittelt weiterhin
Parallel laufen die Ermittlungen der Bundespolizei wegen des gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr. Wer die Baumstämme am Abend des 30. März auf die Gleise gelegt hat, ist weiterhin unbekannt. Bei der Kollision waren sechs Fahrgäste an Bord, verletzt wurde niemand. Ein Motor des Triebwagens wurde beschädigt, der Zug konnte anschließend mit dem zweiten Motor weiterfahren.







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