Foto: Deniz Cicek (links) und Rabia Cicek (rechts) Andreas Rumi (Mitte) im Café Deni’s vorher Café Eistaler © Alfred Frei
Unser Kolumnist Alfred Frei kommentiert heute die Übernahme des Eicscafes in Frankleben.
Andreas Rumi strahlt: « Ich glaube, ich habe meine Nachfolger gefunden ». Er hat mit seiner Frau lange Jahre als erfolgreicher Wirt und Kaufmann in Frankleben gewirkt. Auch am Geiseltalsee hat er die « Schlemmerecke » betrieben. Die heißt jetzt « Café Deniz » nach Deniz Cicek.
Dieser betreibt mit seiner Frau Rabia jetzt auch das ehemalige Eiscafé Eistaler mitten in Frankleben. Die beiden machen auch Pizza und ergänzen so das kulinarische Angebot des « Asiatischen Landhauses », das seit langem seine asiatischen und deutschen Spezialitäten im früheren Siedlerheim anbietet.
Rabia und Deniz Cicek stammen aus dem kurdischen Urfa. Dort hat ihre Familie auch schon ein Café betrieben. Jetzt sind sie nach Umwegen in Berlin in Frankleben angelangt. Seit einem Jahr betreiben sie das Café Deniz am Geiseltalsee; dieses Jahr kam das Eiscafé in der Ortsmitte dazu. Andreas Rumi, der das Rentenalter erreicht hat, gibt den Ciceks Ratschläge und Tipps. Er hat die nötige Erfahrung, was Kundinnen und Kunden in Frankleben mögen.
Das ist ganz alltägliche Migration. Mir bleibt schleierhaft, wieso manche Politiker von „Remigration“ (Rückwanderung) schwärmen, wie beispielsweise der Spitzenkandidat der Alternative für Deutschland (AfD) in Sachsen-Anhalt, Ulrich Siegmund. Dieser war anwesend, als der österreichische Rechtsextremist Martin Sellner im November 2023 in Potsdam seinen „Masterplan zur Remigration“ vorstellte, nach dem Asylbewerber, Ausländer mit Bleiberecht und „nicht assimilierte“ (also nicht angepasste deutsche) Staatsbürger Deutschland wieder verlassen müssten.
Migration bedeutet Wanderung. Das ist die Grundlage menschlichen Fortschritts. Das bekommt den europäischen Ländern nicht schlecht. So lag nach einer Zusammenstellung der Bundeszentrale für politische Bildung der Anteil der Migranten in Luxemburg und in der Schweiz mit 45,3 bzw. 29,6 Prozent mit Abstand am höchsten, genau wie das dortige Bruttosozialprodukt. In Bosnien und Herzegowina, Polen, Albanien sowie Rumänien lag er hingegen bei unter zwei Prozent – mit Ausnahme Polens haben diese Länder Schwierigkeiten, über die Runden zu kommen.
Nur wer wandert, verbreitet neue Gedanken. Oder springt ein, wenn sich Leute zum wohlverdienten Ruhestand setzen. So gibt es in Frankleben weiter Eisbecher – und dazu noch Pizza.
Unser Kolumnist Alfred Frei war langjähriger Kulturhistoriker an der Hochschule Merseburg. Er lebt am Geiseltalsee und in Marseille.







