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Am Donnerstag wird es gegen 11 Uhr kurz laut. Handys schrillen, im Radio läuft eine Warnmeldung, mancherorts heulen die Sirenen. Warum die Entwarnung 45 Minuten später deutlich leiser ausfällt und warum vorher ein Blick in die Handy-Einstellungen lohnt.
Am Donnerstag wird es gegen 11 Uhr kurz ungemütlich. Handys geben einen schrillen Ton von sich, im Radio läuft eine Warnmeldung, in manchen Orten heulen die Sirenen. Grund ist der Bundesweite Warntag 2026, der sechste seiner Art. Wer den Termin nicht auf dem Schirm hat, erschrickt womöglich mitten im Supermarkt.
Ausgelöst wird die Probewarnung vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe, kurz BBK. Die Behörde speist gegen 11 Uhr eine Testwarnung in das Modulare Warnsystem des Bundes ein, das unter dem Kürzel MoWaS läuft. Von dort geht die Meldung an alle angeschlossenen Warnmultiplikatoren weiter, an Radio- und Fernsehsender, an Warn-Apps wie NINA, an Stadtinformationstafeln, an die Infosysteme der Deutschen Bahn und an den Mobilfunkdienst Cell Broadcast. So erreicht die Testwarnung Millionen Menschen in Deutschland.
Ob eine Sirene läuft, entscheidet die Gemeinde
Parallel dazu lösen Länder und Kommunen ihre eigenen Warnmittel aus, Sirenen etwa oder Lautsprecherwagen. Zuständig sind auf Landesebene die Innenministerien, vor Ort in der Regel die Katastrophenschutzbehörden. Mitmachen muss allerdings niemand. Die Teilnahme ist freiwillig, längst nicht jede Kommune beteiligt sich, und getestet wird nur, was vor Ort vorhanden und einsatzfähig ist. Man kann aber mit Sicherheit davon ausgehen das in Merseburg oder anderswo im Saalekreis am Donnerstag eine Sirene zu hören sein wird.
Cell Broadcast erreicht das Handy auch ohne App
Über keinen anderen Warnkanal erreicht das BBK nach eigenen Angaben mehr Menschen als über Cell Broadcast. Der Mobilfunkdienst schickt seit Februar 2023 Warnnachrichten direkt auf mobile Endgeräte, eine App braucht es dafür nicht.
Damit die Nachricht ankommt, muss das Handy eingeschaltet sein und darf nicht im Flugmodus stehen. Auch das Betriebssystem sollte aktuell sein, bei Android mindestens Version 11, bei iPhones mindestens iOS 16.1. Ältere Geräte empfangen die Meldungen teilweise gar nicht. Welche Einstellungen möglich sind, haben Netzbetreiber und Gerätehersteller zusammengetragen, das BBK verlinkt die Übersicht auf seiner Internetseite.
Lang ist so eine Meldung nicht. Aus technischen Gründen nennt sie nur die Art der Gefahr und die wichtigste Handlungsempfehlung. Alles Weitere steht hinter dem mitgeschickten Link auf warnung.bund.de.

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Die Entwarnung kommt leiser als der Alarm
Gegen 11.45 Uhr folgt die Entwarnung. Auf dem Handy fällt sie deutlich unauffälliger aus als der Alarm, und das ist so gewollt. Um die Geräuschbelastung zu senken, verschickt das BBK Entwarnungen über Cell Broadcast seit dem 25. November 2025 automatisch in der niedrigsten Warnstufe 3, der sogenannten Gefahreninformation. Android-Geräte spielen dabei den eingestellten SMS-Ton ab, iPhones das übliche SMS-Signal.
Wer die Entwarnung auf dem Handy sehen will, muss diese Stufe in den Einstellungen zulassen. Das BBK empfiehlt ausdrücklich, das Smartphone so zu konfigurieren, dass auch die Warnstufe 3 aktiviert ist. Umgekehrt kann es auf Geräten ohne aktuelle Softwareversion passieren, dass die Entwarnung mit dem lauten Standardton der Warnstufe 2 hereinkommt.
Abgeschaltet wird für die Übung im Übrigen nichts. Das Warnsystem bleibt nach Angaben des BBK die ganze Zeit einsatzbereit. Träte am Vormittag eine echte Gefahr ein, könnten die Behörden wie gewohnt über MoWaS warnen.
Das BBK will wissen, was tatsächlich angekommen ist
Mit der Entwarnung ist der Warntag für die Behörde nicht vorbei. Ab 11 Uhr läuft die Online-Umfrage zum Bundesweiten Warntag 2026, in der jeder angeben kann, über welche Kanäle ihn die Probewarnung erreicht hat. Der Weg dorthin führt über warntag-umfrage.de oder über die Warn-App NINA. Die Angaben bleiben anonym, Rückschlüsse auf einzelne Teilnehmer seien weder beim Erfassen noch beim Auswerten möglich, teilt das BBK mit. Geschlossen wird die Umfrage am 17. September um 0 Uhr.
„Unser Ziel ist es, die Menschen auf das wichtige Thema Warnung aufmerksam zu machen. Die Rückmeldungen der Bürgerinnen und Bürger nach dem Warntag sind daher für uns entscheidend bei der Auswertung“, sagt BBK-Präsidentin Grit Tüngler. Nur über die Erfahrungen der Menschen mit den verschiedenen Warnkanälen lasse sich das System gezielt verbessern und für den Ernstfall verständlicher und zuverlässiger gestalten.
Die Auswertung soll voraussichtlich im Frühjahr 2027 auf der Internetseite des BBK erscheinen. Sie ist zugleich die Grundlage für den nächsten Bundesweiten Warntag, der schon feststeht, nämlich der 9. September 2027.
Und noch eine Bitte in eigener Sache. Wer am Donnerstag im Saalekreis eine Sirene hört, kann mir gern schreiben, wo genau. Ich sammle die Rückmeldungen und trage zusammen, welche Kommunen mitgemacht haben.








