Sanierung an der Bahnbrücke: Geiseltalstraße bleibt bis Spätsommer dicht

Foto: Bahnbrücke in der Geiseltalstraße von einer weißen Plane umgeben. © Enrico Sempert


An der Bahnbrücke über die Geiseltalstraße läuft eine umfangreiche Sanierung. Stahlbau, Korrosionsschutz, Beton, Pflaster – warum die Vollsperrung bis Ende August dauert und was die Bahn zum vermuteten Zusammenhang mit dem S-Bahn-Unfall sagt.


Merseburg, 4. Juni 2026 – Wer zur Geiseltalstraße kommt, steht kurz über lang vor einer weißen Wand. Die Brücke verschwindet derzeit hinter einer mehrere Meter hohen Einhausung aus Plane und Gerüst; oben ragt das Baugerüst noch ein gutes Stück über die ursprüngliche Brückenkante hinaus. „Durchfahrt verboten – Baustellenfahrzeuge frei“, steht auf dem Schild davor. Bis Ende August soll das so bleiben.

Seit Ende Mai läuft an der Bahnbrücke Geiseltalstraße in Merseburg eine umfangreiche Sanierung. Auf Anfrage der Merseblatt Redaktion erklärte eine Sprecherin der Deutschen Bahn, was dahinter steckt. Insgesamt sind vier Gewerke beteiligt: Am Stahlbau wird gearbeitet, der Korrosionsschutz wird komplett erneuert, dazu kommen Betonsanierung und Pflasterarbeiten. Das alles diene der Erhaltung des Bauwerks.

Naheliegend wäre die Vermutung, dass die Maßnahme eine Folge des S-Bahn-Vorfalls vom 30. März ist – damals war eine Bahn der Linie S11 mit Baumstämmen kollidiert, die auf den Gleisen über genau dieser Brücke lagen. Die Bahn verneint diesen Zusammenhang aber klar: Mit dem Unfall habe die Sanierung nichts zu tun, es handele sich um eine reine Erhaltungsmaßnahme.

Die Plane gibt das Tempo vor

Drei Monate sind viel für ein einzelnes Brückenbauwerk. Die Bahn nennt zwei Gründe. Da ist zum einen die Einhausung selbst – das gesamte Bauwerk wird in Plane verpackt, damit bei Strahl- und Korrosionsschutzarbeiten nichts in die Umgebung gerät. Zum anderen rollen über die Brücke weiterhin vereinzelt Züge. Nachts werde deshalb nicht gearbeitet, so die Sprecherin.

Korrosionsschutz als größter Block

Die Arbeiten an der Bahnbrücke Geiseltalstraße gliedern sich in mehrere Etappen. Nach der Vorbereitung beginnt der Korrosionsschutz in den unteren Bereichen der Brücke. Sind die durch, folgen die oberen. Erst danach werden die Ortgänge neu gepflastert. Was am Ende übrig bleibt, sind kleinere Restarbeiten an Beschilderung und Böschung, möglicherweise auch eine Rasenansaat. Dann wird die Baustelle abgebaut.

Ob die Geiseltalstraße vor Ende August wieder freigegeben werden kann, ist offen. Eine sichere Aussage sei jetzt zu Beginn der Bauarbeiten noch nicht möglich. Die Bahn wolle die Arbeiten so forcieren, dass die Sperrung früher fallen kann. Eine Zusage dafür gibt es nicht.

Enrico Sempert

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