Verkehrsunfallbilanz 2025: Mehr Verletzte im Saalekreis trotz stabiler Gesamtzahl

Ein Streifenwagen am Rand einer Landstraße Foto: Symbolbild © Enrico Sempert


Die Gesamtzahl der Unfälle blieb 2025 im Saalekreis nahezu unverändert. Doch mehr Menschen wurden verletzt – und deutlich mehr Kinder waren beteiligt. Die wichtigsten Zahlen aus der Polizeibilanz.


Merseburg, 9. Mai 2026 – Auf den Straßen des Saalekreises hat es im vergangenen Jahr fast genauso oft gekracht wie 2024 – und doch fällt die Bilanz schlechter aus. Das Polizeirevier registrierte 5.189 Verkehrsunfälle, gerade einmal einen weniger als ein Jahr zuvor. Hinter dieser nahezu unveränderten Gesamtzahl verbirgt sich allerdings eine deutliche Verschiebung: Die Zahl der Unfälle mit Verletzten stieg von 572 auf 606.

Fünf Menschen kamen auf den Straßen des Landkreises ums Leben, einer weniger als 2024. Unter den Toten waren zwei Motorradfahrer, ein Radfahrer und zwei Pkw-Fahrer. Schwer verletzt wurden 148 Menschen, das entspricht in etwa dem Vorjahreswert. Spürbar zugenommen hat dagegen die Zahl der Leichtverletzten – von 602 auf 635.

Wild bleibt häufigste Unfallursache

Häufigste Unfallursache im Saalekreis bleibt das Wild. 1.367 Mal kollidierten 2025 Fahrzeuge mit Tieren, 42 Fälle mehr als ein Jahr zuvor. An zweiter Stelle der polizeilichen Statistik steht die falsche Straßenbenutzung mit 480 Unfällen, gefolgt von Fehlern beim Wenden und Rückwärtsfahren. Letztere ist um 129 Fälle auf 458 zurückgegangen – der mit Abstand stärkste Rückgang in der Bilanz. Auch zu geringer Abstand (357 Unfälle) und zu hohes Tempo (348) gehörten zu den häufigsten Ursachen. Wenn es schwer kracht, kommen aus Sicht der Polizei vor allem unangepasste Geschwindigkeit, Abbiegefehler, Vorfahrtsverletzungen und Alkohol zusammen.

Auffällig ist die Entwicklung bei den jüngsten Verkehrsteilnehmern. An 39 Unfällen waren 2025 Kinder zwischen null und 14 Jahren beteiligt, nach 24 im Jahr zuvor. 23 von ihnen waren mit dem Fahrrad unterwegs, elf zu Fuß.

Rückgang bei Alkohol- und Drogenunfällen

Rückläufig sind dagegen die Unfälle unter dem Einfluss berauschender Mittel. Insgesamt 96 solcher Fälle zählte das Revier, sieben weniger als 2024. 75 gingen auf Alkohol zurück, 14 auf Drogen, in sieben Fällen kam beides zusammen. Bei Kontrollen stellten die Beamten allerdings mehr Fahrer unter Einfluss fest als im Jahr zuvor: 189 waren alkoholisiert (2024: 161), 162 standen unter Drogeneinfluss (2024: 87), in 17 Fällen kam ein Mischkonsum hinzu. Diese Entwicklung, so die Polizei, sei Ausdruck verstärkter Kontrolltätigkeit; den Kurs werde man 2026 fortsetzen.

Zum Abschluss ihrer Bilanz appelliert die Polizei an alle Verkehrsteilnehmer, Tempo und Fahrweise an Straße, Verkehr und Wetter anzupassen und aufmerksam und rücksichtsvoll unterwegs zu sein.

Enrico Sempert

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