Foto: Ein glücklicher Sven Czekalla, bei der CDU-Wahlparty in der Merseburger Hauptgeschäftsstelle © Enrico Sempert
Drei Wochen nach dem deutlichen Rückstand aus dem ersten Wahlgang hat Sven Czekalla die Stichwahl im Saalekreis klar für sich entschieden. Der CDU-Mann gewann in 16 von 20 Kommunen und kam auf 54,34 Prozent.
Merseburg, 28. Juni 2026 – Sven Czekalla wird neuer Landrat im Saalekreis. Der CDU-Politiker setzte sich am Sonntagabend in der Stichwahl gegen den AfD-Bewerber Uwe Arendt klar durch. Nach dem vorläufigen Endergebnis des Kreiswahlbüros entfielen auf Czekalla 36.970 Stimmen, das sind 54,34 Prozent. Arendt kam auf 31.061 Stimmen oder 45,66 Prozent. Damit trennen die beiden Bewerber 5.909 Stimmen.
Vorsprung im zweiten Wahlgang gedreht
Drei Wochen zuvor hatte Arendt den ersten Wahlgang noch deutlich für sich entschieden. Der Kriminalhauptkommissar aus Merseburg kam am 7. Juni auf 43,26 Prozent und lag damit knapp sieben Punkte vor Czekalla, der seinerzeit 36,63 Prozent erreichte. In der Stichwahl konnte Arendt gut zwei Prozentpunkte hinzugewinnen. Czekalla legte um knapp 18 Prozentpunkte zu und drehte das Ergebnis damit klar zu seinen Gunsten.
Jubel in der CDU-Hauptgeschäftsstelle
In der CDU-Hauptgeschäftsstelle in Merseburg verfolgten rund 60 Gäste den Wahlabend. Als das Zwischenergebnis Czekallas Sieg unzweifelhaft machte, brandete lauter Jubel und Applaus auf. Der gewählte Landrat zeigte sich dankbar und vom Ergebnis überwältigt. Unter den Gästen war auch Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Sven Schulze, der den Saalekreis-Wahltag persönlich verfolgte.
Czekalla gewinnt in 16 von 20 Kommunen
Auf die Karte des Saalekreises übersetzt fällt das Ergebnis eindeutig aus. In 16 der 20 Städte und Gemeinden lag Czekalla nach Auszählung aller Stimmbezirke vorn. Seine stärksten Ergebnisse holte er in Salzatal mit 59,72 Prozent, im Weida-Land-Ortsteil Barnstädt mit 57,50 Prozent sowie in Kabelsketal (56,74 Prozent), Landsberg (56,64 Prozent), Merseburg (56,09 Prozent) und Steigra (56,02 Prozent). Knapp blieb es für ihn im Weida-Land-Ortsteil Obhausen mit 50,81 Prozent und in Nemsdorf-Göhrendorf mit 51,37 Prozent sowie in Leuna mit 51,67 Prozent.
Arendt setzte sich in vier Kommunen durch. In Bad Dürrenberg und Bad Lauchstädt war der Vorsprung mit 0,68 beziehungsweise 0,26 Prozentpunkten denkbar knapp. Deutlicher fiel sein Ergebnis in den beiden Weida-Land-Ortsteilen Schraplau (52,94 Prozent) und vor allem Farnstädt aus, wo er mit 56,48 Prozent sein bestes Gemeindeergebnis erzielte.
Ergebnis nach Gemeinden im Überblick
| Gemeinde | Czekalla (CDU) | Arendt (AfD) |
|---|---|---|
| Bad Dürrenberg | 49,66 % | 50,34 % |
| Bad Lauchstädt | 49,87 % | 50,13 % |
| Braunsbedra | 53,59 % | 46,41 % |
| Kabelsketal | 56,74 % | 43,26 % |
| Landsberg | 56,64 % | 43,36 % |
| Leuna | 51,67 % | 48,33 % |
| Merseburg | 56,09 % | 43,91 % |
| Mücheln (Geiseltal) | 52,46 % | 47,54 % |
| Petersberg | 55,67 % | 44,33 % |
| Querfurt | 53,52 % | 46,48 % |
| Salzatal | 59,72 % | 40,28 % |
| Schkopau | 55,23 % | 44,77 % |
| Teutschenthal | 53,88 % | 46,12 % |
| Wettin-Löbejün | 55,30 % | 44,70 % |
| Weida-Land – Barnstädt | 57,50 % | 42,50 % |
| Weida-Land – Farnstädt | 43,52 % | 56,48 % |
| Weida-Land – Nemsdorf-Göhrendorf | 51,37 % | 48,63 % |
| Weida-Land – Obhausen | 50,81 % | 49,19 % |
| Weida-Land – Schraplau | 47,06 % | 52,94 % |
| Weida-Land – Steigra | 56,02 % | 43,98 % |
Wahlbeteiligung sinkt um rund viereinhalb Punkte
An der Stichwahl beteiligten sich 68.681 der 153.450 Wahlberechtigten. Das entspricht einer Wahlbeteiligung von rund 44,8 Prozent. Im ersten Wahlgang waren es noch 49,3 Prozent. 650 Stimmen waren ungültig. Ausgezählt wurden alle 201 Stimmbezirke im Kreis. Es lag sicher auch mit am heißen Wetter, dass die Wahlbeteiligung bei der Stichwahl etwas niedriger war.
Auszählung ab 18 Uhr – Dank an die Wahlhelfer
Direkt nach Schließung der Wahllokale um 18 Uhr begann am Sonntagabend die Auszählung der Stimmen, sowohl in den Urnenwahllokalen vor Ort als auch in den Briefwahlbezirken. In allen 201 Stimmbezirken im Kreis zählten zahlreiche ehrenamtliche Wahlhelferinnen und Wahlhelfer aus, prüften jeden Stimmzettel und übermittelten die Ergebnisse an das Kreiswahlbüro. Dass das vorläufige Endergebnis bereits am Abend feststand, ist ihrer Arbeit zu verdanken – an einem Tag, an dem im Saalekreis hochsommerliche Temperaturen herrschten und der Dienst im Wahllokal entsprechend kräftezehrend war. Ein herzlicher Dank gilt allen, die diesen Wahlsonntag möglich gemacht haben. (red.)

Foto: Um Punkt 18 Uhr wurde die Wahlurne im Briefwahllokal geleert © Stadt Merseburg Pressestelle
Empfehlungen und Disziplinarverfahren im Hintergrund
Vor der Stichwahl hatten sich Die Linke und Bündnis 90/Die Grünen im Saalekreis hinter Czekalla gestellt. Beide Parteien sahen in ihm die einzige demokratische Option. Linken-Bewerberin Kerstin Eisenreich, die im ersten Wahlgang 13,17 Prozent geholt hatte, ließ ihre Empfehlung nach internen Beratungen folgen. Der parteilose Einzelbewerber Lars Zaruba, im ersten Durchgang bei 6,94 Prozent, gab keine Wahlempfehlung ab.
Zusätzlich begleitete ein laufendes Disziplinarverfahren gegen Arendt in seinem Hauptberuf bei der Polizei den Wahlkampf bis zum Schluss. Die Mitteldeutsche Zeitung hatte berichtet, der Beamte habe trotz Krankschreibung Wahlkampftermine wahrgenommen und unter dem Künstlernamen „DJ Eddy“ aufgelegt. Arendt wies die Vorwürfe zurück.
Amtsantritt im November, amtliches Ergebnis in den nächsten Tagen
Czekalla übernimmt das Landratsamt im Merseburger Schloss zum 1. November und löst damit den parteilosen Hartmut Handschak ab, dessen Amtszeit am 31. Oktober endet. Das vorläufige Endergebnis hat das Kreiswahlbüro am Sonntagabend nach Auszählung aller 201 Stimmbezirke veröffentlicht. Den amtlichen Schlussstrich zieht der Kreiswahlausschuss in einer gesonderten Sitzung in den kommenden Tagen.





