Foto: Landrat Hartmut Handschak bei der Bescheid Übergabe © Landkreis Saalekreis
Fahrzeuge ohne festen Fahrplan ergänzen im Saalekreis ab Donnerstag den Linienverkehr. Was Fahrgäste zusätzlich zum Fahrschein zahlen und wer weniger oder gar nichts zahlt.
„Saalekreis mobil“ startet am 1. Oktober. Die Fahrzeuge haben keinen festen Fahrplan, sie fahren auf Bestellung und ergänzen den Linienverkehr im ganzen Landkreis. Wo zur Wunschzeit schon ein passender Bus oder eine passende Bahn fährt, lässt sich „Saalekreis mobil“ für diese Fahrt nicht buchen, denn die bestehende Verbindung hat Vorrang. In der App sehen Fahrgäste beim Bestellen, ob sich die Fahrt buchen lässt.
Die Genehmigungsbescheide für das neue Angebot haben die beiden beteiligten Verkehrsunternehmen am Montag bei der 31. Bürgermeisterberatung bekommen, teilt der Landkreis Saalekreis mit.“ Der Landkreis hat im neuen Nahverkehrsplan 2026 auch flexible Angebote nach Bedarf aufgenommen, darauf aufbauend haben die Personennahverkehrsgesellschaft Merseburg-Querfurt mbH (PNVG) und die OBS Omnibusbetrieb Saalekreis GmbH „Saalekreis mobil“ gemeinsam entwickelt.
Die PNVG mit Sitz in Querfurt gehört komplett dem Landkreis. Die OBS hat ihren Sitz in Halle (Saale) und bedient im nördlichen Saalekreis den Linien- und Gelegenheitsverkehr. „Unser Ziel ist es, Mobilität auch dort verlässlich zu ermöglichen, wo ein klassischer Linienverkehr nicht jede Nachfrage abdecken kann“, sagt Annett Hellwig, Dezernentin für Gesundheit, Soziales und Bildung.

Fahrgäste müssen keine feste Haltestelle ansteuern
Wer bucht, gibt seine Adresse in die App ein, den genauen Punkt zum Einsteigen und Aussteigen zeigt ihm die App. Das kann eine Haltestelle des Linienverkehrs sein, möglich ist aber auch jede andere Adresse, die straßenverkehrsrechtlich zulässig ist und die das Buchungssystem bestätigt. Die Fahrtwünsche mehrerer Fahrgäste, deren Wege ähnlich verlaufen, bündelt ein Algorithmus. Bis zu acht Fahrzeuge fahren zunächst im ganzen Landkreis.
Das neue Angebot ersetzt mit dem Start einzelne Rufbusfahrten und schließt damit vor allem dort Lücken, wo diese Fahrten entfallen. „Sie sagen uns, wohin Sie möchten, und wir bringen Sie hin, überall dort, wo kein passender Linienbus fährt“, sagt Enrico Kretzschmar, Geschäftsführer der PNVG.
Bestellen ist rund um die Uhr möglich
Fahrgäste buchen über die mopla-App, die es für iOS und Android gibt, oder am Computer in der Web-App unter app.mopla.solutions. Zu jeder Uhrzeit lässt sich eine Fahrt bestellen, auch für den folgenden Tag. Buchungsschluss ist eine Stunde vor der Fahrt, bis dahin müssen Start, Ziel und Wunschzeit in der App stehen.
Wer die Fahrt weniger als eine Stunde vor Beginn absagt, zahlt den vollen Zuschlag zum Fahrschein, davor ist die Stornierung kostenfrei. Abgeholt wird laut Mitteilung „innerhalb von etwa 15 Minuten um die gewünschte Zeit“.
Entscheidend sei, dass das Angebot für alle einfach nutzbar sei, sagt Fabian Watzke, Geschäftsführer der OBS. „Deshalb setzen wir auf eine unkomplizierte Buchung und persönliche Unterstützung beim Einstieg.“
Unterwegs sind die Fahrzeuge montags bis samstags von 5 bis 21 Uhr, sonn- und feiertags von 10 bis 19 Uhr, am 24. und 31. Dezember von 5 bis 17 Uhr.
Zum Fahrschein kommt ein Zuschlag
Voraussetzung ist ein gültiger Fahrschein des Mitteldeutschen Verkehrsverbundes (MDV) oder das Deutschlandticket. Fahrgäste müssen ihn schon vor dem Start der Fahrt gelöst haben und beim Einsteigen vorzeigen. Einzelfahrscheine gibt es zum Beispiel in der App MOOVME.
Hinzu kommt bei jeder Fahrt ein Zuschlag, den Fahrgäste bargeldlos direkt in der App bezahlen. Er besteht aus einem Bereitstellungspreis von 1 oder 2 Euro je Bestellung, ermäßigt sind es 50 Cent oder 1 Euro, und aus 10 oder 20 Cent je Kilometer und Person. Gemessen wird die Luftlinie, gerundet auf volle Kilometer, berechnet wird mindestens ein Kilometer. Die Beträge enthalten 7 Prozent Mehrwertsteuer.
Welcher Zuschlag gilt, hängt vom Tag und von der Uhrzeit ab. Der günstigere gilt montags bis freitags von 8.01 bis 11.59 Uhr und von 15.01 bis 21 Uhr. In den übrigen Zeiten sowie samstags, sonn- und feiertags und am 24. und 31. Dezember gilt der höhere.
Noch nicht eingeschulte Kinder fahren bis einschließlich ihres achten Geburtstags kostenfrei, in Begleitung einer volljährigen Person. Für Schulpflichtige bis zum 15. Geburtstag halbiert sich der Bereitstellungspreis, der Preis je Kilometer ändert sich nicht. Wer im System angemeldet ist und das Beiblatt mit gültiger Wertmarke zum Schwerbehindertenausweis einmal an service@saalekreis-mobil.de geschickt hat, zahlt keinen Zuschlag.
Weitere Informationen gibt es auf saalekreis-mobil.de sowie bei den Unternehmen unter pnvg.de und mein-bus.net.







