Foto (vlnr,) Rita Reinecke, Patisserie Zuckerliebe; Jan Koppe, MolAquaTech GmbH und John Witteborn und Florian Seber, Pappel-Beach Event GmbH. © Vincent Grätsch
Im Merseburger Ständehaus hat der Saalekreis am Donnerstag seinen achten Gründerpreis verliehen. Den ersten Platz holte sich das Wassertechnik-Unternehmen MolAquaTech vor der Patisserie Zuckerliebe aus Bad Dürrenberg und der Pappel-Beach Event GmbH aus Teutschenthal.
Merseburg, 5. Juni 2026 – Acht Pitches, drei Preise, ein voller Saal: Im Ständehaus hat der Saalekreis am Donnerstagnachmittag zum achten Mal seinen Gründerpreis vergeben. Den Sieg holte sich die MolAquaTech GmbH, ein Wassertechnik-Unternehmen mit Standort in Schkopau.
Geschäftsführer Jan Koppe nahm den mit 3.000 Euro dotierten ersten Preis aus den Händen von Landrat Hartmut Handschak (parteilos) gemeinsam mit Stefanie Pötzsch, Staatssekretärin für Wirtschaft, Tourismus, Landwirtschaft und Forsten des Landes Sachsen-Anhalt und Jennifer Hübner, Wirtschaftsförderung Stadt Merseburg in Vertretung von Oberbürgermeister Sebastian Müller-Bahr (CDU) entgegen.
Wasser als unterschätzter Faktor
MolAquaTech arbeitet an einer Stelle, die Außenstehende selten beachten: an der Wasseraufbereitung in Kühlkreisläufen, Membrananlagen und Gebäudetechnik. Weniger Chemie, längere Standzeiten, geringere Kosten – darauf zielen die Verfahren des Unternehmens. Bei der Verleihung sprach Koppe von einer „absoluten Anerkennung“ für sein Team. Die Probleme, die seine Firma löse, seien global, sagte er – die Lösungen aber kämen aus dem Saalekreis.
Patisserie aus Bad Dürrenberg gewinnt doppelt
Den zweiten Platz und den Publikumspreis sicherte sich am selben Abend Rita Reinecke. Die Konditorin betreibt seit März 2024 die Patisserie Zuckerliebe in Bad Dürrenberg, ein Café mit 41 Plätzen am Marktplatz. Einem überregionalen Publikum wurde sie durch ihren Auftritt bei „Das große Promibacken“ bekannt. Beim Live-Voting im Ständehaus stimmten die anwesenden Gäste klar für sie – obendrauf gab es 2.000 Euro Preisgeld der Saalesparkasse und den vom MITZ gestifteten Publikumspreis. Reinecke wirkte überrascht. Sie hoffe nun, sagte sie, dass über die Auszeichnung auch mehr Einheimische ihren Weg in das Café fänden.
Bronze für den Pappel-Beach
Auf Platz drei kam die Pappel-Beach Event GmbH aus Teutschenthal, hinter der die Geschäftsführer John Witteborn und Florian Seber stehen. Das Gelände am ehemaligen Tagebausee hat sich in den vergangenen Jahren vom Badesee zum kleinen Veranstaltungsort entwickelt. Den dritten Platz und 1.000 Euro überreichte Nils Sandfoß von der Investitionsbank Sachsen-Anhalt zusammen mit Teutschenthals Bürgermeister Tilo Eigendorf. „Wir wünschen uns einen Sommer mit Sonne“, sagte Witteborn. Die Arbeit am Gelände solle sich jetzt auszahlen.
Über zwanzig Bewerbungen, acht Finalisten
Mehr als zwanzig Unternehmen hatten sich auf den Preis beworben, von der Landarztpraxis bis zum Pizzalieferanten. Eine Fachjury aus Kammern, Wirtschaftsförderung, Banken und Hochschule wählte daraus acht Finalisten aus, die am Donnerstag jeweils einen kurzen Pitch hielten. Neben den drei Preisträgern traten Der Pizza Dealer aus Langeneichstädt, die Landarztpraxis Hilbig aus Sietzsch, ELLU Studios aus Wettin-Löbejün, das Alltagsglück aus Zöberitz und die IBL aus Wettin-Löbejün auf die Bühne. Zugelassen waren Unternehmen mit Hauptsitz im Saalekreis, deren Gründung nicht länger als gut drei Jahre zurücklag.
Die drei Erstplatzierten erhalten zusätzlich zum Preisgeld einen Imagefilm für ihre Außendarstellung. Handschak sah in der Verleihung mehr als nur eine Auszeichnung dreier Firmen. Gerade in einer Region, in der der Strukturwandel an mehreren Stellen gleichzeitig läuft, kämen junge Unternehmen mit neuen Ideen nicht ungelegen.







