Seniorin aus Merseburg auf Online-Betrüger hereingefallen – 100.000 Euro Schaden

Foto: SCAM Symbolbild © Markus Winkler/Pixabay


Eine 71-Jährige aus Merseburg ist Opfer von Love-Scamming geworden. Rund 100.000 Euro flossen bereits an einen Unbekannten. Erst eine aufmerksame Bankmitarbeiterin stoppte am Dienstag die nächste Auszahlung.


Merseburg, 13. Mai 2026 – Eine wache Reaktion an einem Bankschalter in Merseburg hat eine 71-jährige Kundin am Dienstag vor einem weiteren finanziellen Verlust bewahrt. Die Frau wollte 25.000 Euro von ihrem Konto abheben – nach Angaben der Polizei eine Summe, die sie unmittelbar an einen Online-Kontakt weiterleiten wollte. Der Mitarbeiterin des Geldinstituts kam das Verhalten der Kundin auffällig vor. Sie verweigerte die Auszahlung und alarmierte umgehend die Polizei.

Rund 100.000 Euro nach Nordrhein-Westfalen geflossen

Bei der Aufnahme des Sachverhalts zeichnete sich rasch ab, dass der gestoppte Bankbesuch nur die jüngste Episode einer länger zurückreichenden Geschichte war. Die 71-Jährige habe im Lauf des vergangenen Jahres über digitale Kommunikationskanäle Kontakt zu einer bislang unbekannten Person aufgebaut, teilte die Polizei mit. Diese habe immer wieder ihre Zuneigung beteuert – und parallel dazu wiederholt Geld gefordert. In mehreren Überweisungen sollen rund 100.000 Euro an eine Adresse in Nordrhein-Westfalen geflossen sein. Die nun verhinderten 25.000 Euro hätten denselben Weg nehmen sollen. Die Ermittler haben ein Verfahren wegen sogenanntem Love-Scamming eingeleitet.

Polizei warnt vor der Masche der falschen Zuneigung

Der Fall reiht sich in eine inzwischen vertraute Betrugsform ein, vor der die Polizei eindringlich warnt. Wer im Netz neue Bekanntschaften mache und frühzeitig um Geld gebeten werde, solle grundsätzlich misstrauisch werden. Geld an Unbekannte zu überweisen, sei in solchen Konstellationen tabu – auch dann, wenn Liebesbekundungen den Eindruck erweckten, schnell handeln zu müssen. Die Identität von Online-Kontakten gehöre kritisch hinterfragt, betonen die Beamten. Wer im Zweifel sei, solle sich vertrauten Personen anvertrauen, statt der Versuchung nachzugeben, die Sache im Stillen zu regeln. Beim geringsten Verdacht auf Betrug raten die Ermittler dazu, sich umgehend an die Polizei zu wenden.

Enrico Sempert

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