Durchsuchungen in Merseburg: Bundespolizei ermittelt wegen Einschleusung

Durchsuchungen in Merseburg: 95 Einsatzkräfte stellten Bargeld, Technik und Unterlagen sicher. Ein Beschuldigter kam in Haft.


Merseburg, 29.09.2025 – Die Bundespolizeiinspektion Magdeburg hat am Donnerstagmorgen im Auftrag der Staatsanwaltschaft Halle mehrere Durchsuchungen durchgeführt. Hintergrund ist ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts des gewerbsmäßigen Einschleusens von Ausländern und der unerlaubten Arbeitsaufnahme.

Ab 6 Uhr vollstreckten 95 Einsatzkräfte fünf Durchsuchungsbeschlüsse des Amtsgerichts Halle. Betroffen waren Wohnungen und Geschäftsräume von vier Beschuldigten sowie eine Pension in Merseburg. Auch eine Baustelle in Magdeburg stand im Fokus der Ermittler.

Den Beschuldigten – montenegrinische Staatsbürger im Alter von 19 bis 54 Jahren – wird vorgeworfen, Menschen aus Drittstaaten ohne Aufenthaltstitel eingeschleust und ihnen Arbeit auf Baustellen verschafft zu haben. Der Verdacht hatte sich nach einer Kontrolle in Delitzsch ergeben, bei der Arbeiter ohne gültige Aufenthaltstitel und mit gefälschten EU-Dokumenten aufgefallen waren.

Bei den Durchsuchungen traf die Polizei drei der vier Beschuldigten an. Sichergestellt wurden zahlreiche Beweismittel, darunter Smartphones, Laptops, Unterlagen sowie 18.900 Euro Bargeld. Außerdem fanden die Beamten Waffen, die nicht im Zusammenhang mit dem Verfahren stehen. Hierzu wurden gesonderte Ermittlungen eingeleitet.

Ein Beschuldigter war zudem zur Erzwingungshaft ausgeschrieben. Hintergrund war eine Entscheidung des Amtsgerichts Merseburg, das ihn bereits im November 2024 zu einer Geldstrafe von 500 Euro verurteilt hatte. Da der Mann die Strafe vor Ort nicht bezahlen konnte, wurde er in eine Justizvollzugsanstalt gebracht.

Die übrigen Beschuldigten wurden nach Abschluss der Maßnahmen entlassen. Die Ermittlungen dauern an.

Foto: Symbolfoto – Bild von (Augustin-Foto) Jonas Augustin auf Pixabay

Enrico Sempert

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