Foto: © Set-Jetting GmbH
In Merseburg lässt sich Bachs Weihnachtsoratorium in der Adventszeit auf besondere Weise erleben – im Konzert, im Film und bei einer digitalen Zeitreise rund um Dom und Schloss.
Merseburg, 13.12.2025 – In der Adventszeit steht Johann Sebastian Bach in Merseburg traditionell im Mittelpunkt. Doch in diesem Jahr lässt sich sein berühmtes Weihnachtsoratorium nicht nur hören, sondern auch sehen – und sogar spielerisch erleben. Rund um den Merseburger Dom und das Schloss verbindet ein digitales Angebot Musikgeschichte, Film und Entdeckerfreude.
Das Weihnachtsoratorium als fester Bestandteil der Adventszeit
Den musikalischen Auftakt bildet wie gewohnt das Weihnachtsoratorium. „Jauchzet, frohlocket!“ – mit diesem bekannten Eingangschor beginnt eines der populärsten Werke Johann Sebastian Bachs. Sechs Kantaten schrieb der Komponist für die Weihnachtsfeiertage, uraufgeführt wurde das Werk 1734 in Leipzig. In Merseburg erklingt das Oratorium auch in diesem Jahr wieder traditionell am vierten Advent in der beheizten Stadtkirche St. Maximi. Am Sonntag, 21. Dezember 2025, werden ab 17 Uhr die ersten drei Kantaten von der Domkantorei Merseburg, dem Kammerorchester Halle sowie Solistinnen und Solisten unter der Leitung von Domkantor Stefan Mücksch aufgeführt. Karten sind im Vorverkauf für 20 € oder ermäßigt für 18 € in der Tourist-Information Merseburg und an der Abendkasse erhältlich. Weitere Infos auch unter www.kirchenmusik-merseburg.de
Ein Film über die Entstehung eines Meisterwerks
Dass man Bach nicht nur hören, sondern regelrecht erleben müsse, betont auch Schauspieler Devid Striesow. Er verkörpert Johann Sebastian Bach im ARD-Eventfilm „Bach – Ein Weihnachtswunder“. „Man muss es hören. Es muss klingen“, sagt Striesow über das Werk, das im Film im Mittelpunkt steht. Gedreht wurde die Produktion unter anderem im Merseburger Dom und auf dem Schlossplatz. Die historischen Kulissen prägen die Atmosphäre des Films deutlich.
Der Fernsehfilm erzählt die Entstehungsgeschichte des Weihnachtsoratoriums in den Tagen vor der Leipziger Uraufführung 1734. In der Hauptrolle ist Devid Striesow als Bach zu sehen, begleitet vom Leipziger Thomanerchor. Der Film feierte Ende vergangenen Jahres sein TV-Debüt, war bei der TeleVisionale in Weimar mehrfach nominiert und ist am 22. Dezember 2025 um 20.15 Uhr im Ersten zu sehen sowie in der ARD-Mediathek abrufbar.
Set-Caching bringt Film und Geschichte zurück an die Drehorte
Genau an diesen Drehorten setzt das digitale Erlebnis „Set-Caching“ an. Mit der kostenfreien App können Besucherinnen und Besucher die Mission „Im Takt der Zeit – Eine Zeitreise mit Bach“ spielen. Die Tour führt rund um den Merseburger Dom zu den originalen Schauplätzen des Films. Per Smartphone öffnet sich ein virtuelles Zeitportal, das die Teilnehmenden ins Jahr 1734 versetzt. Sechs Rätsel müssen gelöst werden, um wieder in die Gegenwart zurückzukehren – begleitet von historischen Hintergründen und filmischen Einblicken.
Frank Rößler, Erfinder von Set-Caching, beschreibt die Idee so: Der Film schaffe eine besondere Atmosphäre, die nicht im Fernsehen enden solle. „Diese Stimmung holen wir zurück an die echten Drehorte. Man kann Bach hören – aber man kann ihn hier auch sehen und spielerisch erleben“, erklärt Rößler.
Beteiligte geben Einblicke hinter die Kulissen
An der inhaltlichen Gestaltung der Mission waren auch Akteure vor Ort beteiligt. So geben unter anderem Dom-Experten wie Dr. Holger Kunde sowie Filmschaffende wie die Komponistin Martina Eisenreich Einblicke hinter die Kulissen der Dreharbeiten. Diese Informationen sind Teil der Rätsel und führen Besucherinnen und Besucher Schritt für Schritt durch die Geschichte des Films und der Musik.
Ein digitales Tourismusprojekt mit Vorbildcharakter
Set-Caching ist Teil mehrerer digitaler Drehort-Erlebnisse in Sachsen-Anhalt, die mit Unterstützung des Landes für den Tourismus entwickelt wurden. Die App stammt von der Set-Jetting GmbH, die 2023 mit dem Tourismuspreis Sachsen-Anhalt in der Kategorie Digitalisierung ausgezeichnet wurde. Neben Merseburg gibt es ähnliche Angebote unter anderem auf der Burg Querfurt, an der Arche Nebra oder in Wernigerode.
So entsteht in Merseburg zur Adventszeit ein besonderer Dreiklang: Bach erklingt im Konzert, wird im Film lebendig – und lässt sich an Dom und Schloss auf neue Weise entdecken.



















