Die Städte Leuna und Merseburg zeichnen die Schriftstellerin Nancy Hünger mit dem Walter-Bauer-Preis 2026 aus. Überreicht wird die mit 5.000 Euro dotierte Auszeichnung im November im Ständehaus Merseburg.
Der Walter-Bauer-Preis 2026 geht an die Schriftstellerin Nancy Hünger. Die mit 5.000 Euro dotierte Auszeichnung vergeben die Städte Leuna und Merseburg gemeinsam, der Merseburger Stadtrat fasste den entsprechenden Beschluss bereits am 2. Juli, der Leunaer Stadtrat zog am 30. September nach. Eine Jury hatte die eingereichten Bewerbungen zuvor gesichtet und bewertet. Zusätzlich vergibt die InfraLeuna GmbH in diesem Jahr das von ihr gestiftete Walter-Bauer-Stipendium. Es geht an Tim Preuß.
Den Namen trägt der Preis seit 1994. Alle zwei Jahre erinnern die beiden Städte damit an einen Schriftsteller, dessen umfangreiches literarisches Werk, dessen humanistische Haltung und dessen Bekenntnis zu Europa ihn zu einem der bedeutenden deutschen Autoren des 20. Jahrhunderts machen.
Die Preisträgerin stammt aus Weimar und lebt heute in Tübingen
Nancy Hünger wurde 1981 in Weimar geboren. Über Erfurt und Gotha führte ihr Weg später nach Tübingen, wo sie nach Angaben der Stadt seit 2022 mit großem Erfolg das Studio Literatur und Theater an der Eberhard-Karls-Universität leitet. Zuvor hatte sie an der Bauhaus-Universität in ihrer Geburtsstadt Kunst studiert. Als Autorin und Kulturvermittlerin organisierte sie unter anderem die Weimarer Lyriknacht und arbeitete in Schillers Gartenhaus in Jena.
Ihre Texte kreisen um Liebe, Verlust und Selbstbehauptung
In der Literaturszene gilt Hünger als eine der eigenständigsten Stimmen ihrer Generation. Lyrik, Prosa und Essayistik aus ihrer Feder sind existentiell geprägt. Liebe, Verlust, Selbstbehauptung und Resilienz kehren darin immer wieder. Geprägt haben sie unter anderem Gisela Kraft und Wolfgang Hilbig, deren Schülerin sie sich selbst nennt. Verlegt wird sie bei der in der Szene angesehenen Dresdner Edition Azur.
Bereits 2006 hatte Hünger mit dem Gedichtband „Aus blassen Fasern Wirklichkeit“ debütiert. Neun weitere eigene Bücher und Herausgaben folgten, zuletzt die Lyriksammlung „Ein wenig Musik zum Abschied wäre trotzdem nett“ von 2017 sowie die Prosabände „4 Uhr kommt der Hund“ von 2020 und „Wir drehen dem Meer unsere Rücken zu“ von 2025. Für ihr Werk wurde sie bereits mit dem Harald-Gerlach-Stipendium und einer Ehrengabe der Deutschen Schillerstiftung geehrt. Sie war Stadtschreiberin in Jena und in Tübingen, erhielt zuletzt gemeinsam mit dem Walter-Bauer-Preisträger Wilhelm Bartsch den Förderpreis zum Rainer-Malkowski-Preis und wurde in die Sächsische Akademie der Künste gewählt.
Die Verleihung findet im Ständehaus statt
Überreicht wird der Walter-Bauer-Preis 2026 am Mittwoch, den 4. November, um 19.30 Uhr im Ständehaus zu Merseburg. Die Veranstaltung ist Teil der 16. Saalekreis-Literaturtage und öffentlich zugänglich.
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