Foto: Banner gegen den Solarpark © Enrico Sempert
Nach einem Brief von Anwohnern reagieren mehrere Fraktionen im Merseburger Stadtrat. Sie beantragen im Hauptausschuss am Donnerstag, den 26. Februar 2026, das Verfahren zum geplanten Solarpark im Bereich Merseburg-Nord vorerst ruhen zu lassen.
Merseburg, 20.02.2026 – In der Debatte um den geplanten Solarpark im Bereich Merseburg-Nord gibt es eine neue Entwicklung. Mehrere Fraktionen des Stadtrates haben beantragt, das laufende Bebauungsplanverfahren zunächst ruhen zu lassen.
Aufstellungsbeschluss seit November in Beratung
Am 11. November 2025 wurde im Ausschuss für Stadtentwicklung, Bauen, Umwelt und Wirtschaft erstmals über die Aufstellung des Bebauungsplans Nr. 70 „Sondergebiet Solarpark Merseburg Nord“ beraten.
Die Beschlussvorlage (DS-Nr. 088/BV/25), erarbeitet vom Stadtentwicklungsamt, sieht vor, die planungsrechtlichen Voraussetzungen für eine Photovoltaik-Freiflächenanlage auf einem rund 13,5 Hektar großen Areal westlich der B 91 und südlich der Siedlung Freiimfelde zu schaffen.
In der weiteren Beratungsfolge steht das Thema am 26. Februar 2026 im Hauptausschuss sowie am 5. März 2026 im Stadtrat auf der Tagesordnung.
Mit dem Aufstellungsbeschluss würde noch keine Baugenehmigung erteilt. Er markiert den Beginn des formellen Planverfahrens.
Schreiben der Anwohner
Zuvor hatten sich Bürger aus Freiimfelde in einem Brief, welcher Merseblatt vorliegt, an Oberbürgermeister und Stadträte gewandt. Darin sprechen sie sich gegen eine Photovoltaikanlage in unmittelbarer Nähe zur Wohnbebauung aus und fordern eine erneute Prüfung möglicher Alternativstandorte.
Ein zentrales Argument ist, dass das betroffene Areal seit vielen Jahrzehnten landwirtschaftlich genutzt wird und eine Bodenwertzahl von 70 aufweist. Diese Kennzahl wird im Rahmen der amtlichen Bodenschätzung ermittelt und gibt Auskunft über die natürliche Qualität und Ertragsfähigkeit des Bodens. Die rechtliche Grundlage dafür bildet § 4 des Bodenschätzungsgesetzes.
Die Anwohner verweisen zudem auf die Bedeutung des Feldes für das Ortsbild und als Freiraum im Umfeld der bestehenden Verkehrs- und Industriebelastungen.
Antrag auf Ruhendstellung
Nun haben die Fraktionen von CDU, SPD/Bündnis Grüne, Die Linke und FDP einen gemeinsamen Antrag vom 18.02.2026 eingebracht. Darin wird vorgeschlagen bzw. beantragt, den Aufstellungsbeschluss vorerst ruhen zu lassen.
Die Verwaltung soll stattdessen eine gesamtstädtische Bewertung der weiteren Entwicklung im Bereich Merseburg-Nord vornehmen. Dabei sollen unter anderem das bestehende Photovoltaik-Freiflächenkonzept sowie der Flächennutzungsplan einbezogen werden.
In der Begründung wird darauf verwiesen, dass das Gebiet aufgrund seiner Lage und planungsrechtlichen Vorgeschichte einer erneuten Prüfung bedürfe.
Ob der Antrag eine Mehrheit findet, entscheidet sich in der kommenden Sitzungen am Donnerstag.



















