Foto: Archivfoto Bundeskanzler Friedrich Merz © PR-PhotoDesign/depositphotos


Fünf Tage vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt hat Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) vor einem Erfolg der AfD gewarnt, eine positive Bilanz seiner Migrationspolitik gezogen und persönliche Konsequenzen bei einer CDU-Niederlage abgelehnt.


Merseburg, 1. September 2026 – Fünf Tage vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt hat sich Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) in einem gemeinsamen Interview der „Mitteldeutschen Zeitung“ und der „Magdeburger Volksstimme“ zu Wort gemeldet. In der Samstagausgabe der beiden Zeitungen äußerte sich der Kanzler zum Wahlkampf im Land, zum Umgang mit der AfD und zur Bilanz seiner Migrationspolitik.

Den Ausgang der Wahl am kommenden Sonntag hält Merz für offen. Die Umfragen zeigten weiterhin einen beachtlichen Anteil unentschlossener Wähler, argumentierte er. In den Persönlichkeitswerten liege CDU-Spitzenkandidat Sven Schulze vorn, und je stärker die Union abschneide, desto eher komme eine tragfähige Regierung in Magdeburg zustande.

Zugleich warb der Kanzler mit einer scharfen Warnung vor der AfD. Was die Partei anbiete, gefährde nicht nur Demokratie und Sicherheit, sondern auch „den wirtschaftlichen Erfolg unseres Landes und damit auch Arbeitsplätze“. Grundsätzliche Ruhe demonstrierte Merz dennoch. „Egal, wie die Wahl ausgeht, Deutschland ist stabil. Hier rutscht nichts weg“, sagte er.

Persönliche Konsequenzen bei einem schwachen CDU-Ergebnis wies der Kanzler zurück. Hinter entsprechenden Spekulationen sehe er den Versuch, „einen Keil in die Union zu treiben“. Der Bestand seiner Bundesregierung, so Merz, hänge nicht an einer Landtagswahl.

Absage an Regierungsbündnisse mit AfD und Linke

Für den Fall einer CDU-geführten Minderheitsregierung in Magdeburg verwies der Kanzler auf die Praxis in den beiden angrenzenden Ländern. „Wir sehen, wie in Thüringen und Sachsen regiert werden kann“, so Merz. Eine formelle Regierungsbeteiligung zusammen mit AfD oder Linkspartei bleibe für die Union jedoch ausgeschlossen. Die Unterschiede in beide Richtungen seien zu grundlegend, als dass eine gemeinsame Kabinettsbildung in Frage komme.

Breiten Raum nahm im Interview die Migrationspolitik ein. Merz zog nach knapp anderthalb Jahren Regierungszeit eine Bilanz, die er als „großen Erfolg“ bezeichnet. „Wir haben uns die Kontrolle zurückgeholt. Es gelten Ordnung und Steuerung bei der Migration“, sagte der Kanzler. Bei den Asylanträgen habe seine Regierung gegenüber 2024 einen Rückgang von 75 Prozent erreicht. Die Zahl der Zuwanderungen insgesamt sei binnen zwölf Monaten um 60 Prozent zurückgegangen.

Zur Rechtfertigung des harten Kurses griff der Kanzler auf das Jahr 2015 zurück. Die Zuwanderung der vergangenen zehn Jahre habe sich überproportional in der Kriminalitätsstatistik gezeigt und die Sozialsysteme über Gebühr beansprucht, argumentierte Merz. Genau deshalb habe seine Regierung die illegale Migration zurückgedrängt.

Quelle: Das Interview wurde durch die Mitteldeutsche Zeitung geführt.