Foto: Live Stream auf Instagram Sven Czekalla und Sebastian Müller-Bahr v.l.n.r. © Enrico Sempert
Die dritte Folge von „Czekalla kocht“ war weit mehr als nur ein unterhaltsamer Kochabend. In Krumpa wurde nicht nur live auf Instagram gekocht, sondern auch über den Wochenmarkt in Merseburg, die HoMe-Region und den Fachkräftemangel gesprochen.
Merseburg, 15.03.2026 – Eigentlich begann alles recht leicht. Eine Küche, ein Livestream auf Instagram, ein paar lockere Sprüche und Zuschauerfragen direkt aus dem Publikum. Doch die dritte Folge von „Czekalla kocht“, die am 10. März 2026 ausgestrahlt wurde, war am Ende mehr als nur ein unterhaltsamer Kochabend. Zwischen Herd, Humor und kleinen Seitenhieben auf den salzigen Zwischenfall aus der vorherigen Sendung wurde es plötzlich auch nachdenklich – und stellenweise erstaunlich konkret.
Lockerer Abend mit viel Nähe
In Krumpa standen diesmal wieder Landtagsabgeordneter Sven Czekalla, der als Landratskandidat im Saalekreis für die CDU antritt, und Merseburgs Oberbürgermeister Sebastian Müller-Bahr (CDU) gemeinsam in der Küche. Die Stimmung wirkte locker, fast familiär. Es war keine geschniegelt inszenierte Show, sondern ein Abend, bei dem man als Zuschauer schnell das Gefühl bekam, selbst mit einem Glas Wein am Türrahmen der Küche zu lehnen. Genau das scheint den Reiz des Formats auszumachen: Es darf gelacht werden, es darf auch mal etwas schiefgehen oder mit einem Augenzwinkern kommentiert werden – und gerade dadurch wirkt das Ganze nahbar – also ganz im Sinne des OB.
Auch die Fragen aus dem Livestream passten dazu. Mal ging es um Lieblingskomiker, mal um Lieblingsfilme oder kocht ihr auch zu Hause. Solche Momente machten die Sendung menschlich und sorgten dafür, dass sie eben nicht wie ein starres Gesprächsformat wirkte, sondern eher wie ein Abend, bei dem Kochen und Reden ganz selbstverständlich ineinander übergehen.
Plötzlich wird der Wochenmarkt zum Thema
Besonders interessant wurde es, als das Gespräch auf den Wochenmarkt in Merseburg kam. Da war dann schnell zu spüren, dass es um mehr ging als nur um das, was gerade in der Pfanne lag. Müller-Bahr sagte offen, dass „nicht mehr alles so ist, wie es früher mal war“. Ein Satz, der nachhallt, weil er ziemlich gut beschreibt, was viele Menschen längst bemerken. Der Wochenmarkt gehört zwar weiter zum Stadtbild, aber vieles hat sich im Umfang des Angebotes verändert.
Gerade in diesem Moment bekam der Abend eine andere Tiefe. Zwischen lockerer Live-Atmosphäre und Küchenhumor ging es plötzlich um eine Frage, die viele unmittelbar betrifft: Wie lassen sich regionale Angebote erhalten, wenn sich das Umfeld immer weiter verändert?
Die HoMe-Region soll gemeinsam Lösungen finden
Dabei kam die HoMe-Region zur Sprache. Zu ihr gehören neben Merseburg auch Mücheln, Braunsbedra, Leuna, Schkopau und Bad Lauchstädt. Die Idee dahinter: Nicht jede Kommune kämpft für sich allein, sondern mehrere Städte und Orte versuchen gemeinsam, Dinge wie den Wochenmarkt wieder tragfähiger zu machen. Perspektivisch soll der Wochenmarkt wieder stärker in eigener regionaler Verantwortung organisiert werden. Der Oberbürgermeister hofft, dass dieser Schritt mit Beginn des Jahres 2027 umgesetzt werden kann. Derzeit läuft die Organisation des Wochenmarktes in Merseburg noch über die Marktgilde.
Dahinter steckt auch die Erwartung, dem Markt wieder mehr Vielfalt und neue Anziehungskraft zu geben. Im Gespräch wurde aber auch deutlich, dass das nur funktionieren kann, wenn verlässliche Bedingungen, Kaufkraft und ausreichend Kundschaft zusammenkommen. Am Ende muss sich das Kommen für die Händler auch lohnen. An diesem Abend war jedenfalls zu spüren, dass man das Thema nicht einfach laufen lassen, sondern neu anpacken will.
Es ging nicht nur um Marktstände, sondern auch um Fachkräfte
Noch spannender wurde es, als der Blick über den Wochenmarkt hinausging. Denn in der Runde wurde auch über den Fachkräftemangel gesprochen – also über ein Problem, das inzwischen fast überall zu spüren ist. Genau an diesem Punkt wurde deutlich, dass die HoMe-Region mehr sein will als nur ein Zusammenschluss auf dem Papier. Erwähnt wurden mehrere Projekte, darunter eine Azubi-App für Unternehmen in der Region, über die sich bundesweit künftige Auszubildende anmelden können, sowie eine geplante Jobbörse im Saalekreis für Erwachsene.
Im Kern geht es dabei immer um dieselbe Frage: Wie bleibt unsere Region lebendig und attraktiv? Wie schafft man es, junge Menschen zu halten, neue Fachkräfte anzuziehen und vor Ort Perspektiven zu schaffen? Dass solche Themen ausgerechnet in einem lockeren Live-Kochformat auf den Tisch kamen, war vielleicht das Überraschendste an diesem Abend.
Regionalität war an diesem Abend mehr als nur Kulisse
Passend dazu spielte auch das Thema Regionalität eine sichtbare Rolle. Genannt wurden regionale Anbieter, Produkte vom Wochenmarkt und Weine aus der Umgebung. Das wirkte nicht wie bloße Dekoration für die Kamera, sondern eher wie ein roter Faden, der sich durch die ganze Sendung zog. Region wurde hier nicht nur beschworen, sondern konkret gezeigt – in den Zutaten, in den Gästen und in den Gesprächsthemen.
Mit Romy Richter war an diesem Abend auch eine ehemalige Weinkönigin zu Gast. Sie brachte die Welt des regionalen Weins mit in die Sendung und sorgte damit für einen weiteren starken Heimatbezug. Vorgestellt wurden dabei Weine vom Weinbau am Geiseltalsee, vom Weingut Thürkind sowie eine Flasche vom Weingut Herzer aus dem Burgenlandkreis.
Durch Julia Bachmann bekam der Abend noch einmal eine andere, sportlich geprägte regionale Facette. Sebastian Müller-Bahr stellte sie nicht nur als Kollegin vor, sondern auch als Kunstradfahrerin, die bereits zahlreiche Auszeichnungen gesammelt hat. Im Gespräch wurde schnell klar, wie viel Leidenschaft hinter diesem eher selten im Rampenlicht stehenden Sport steckt.
Bachmann erzählte, dass sie schon als Fünfjährige in die Turnhalle kam und seitdem dabeigeblieben ist. Normales Fahrradfahren, sagte sie sinngemäß, sei ihr irgendwann schlicht zu langweilig gewesen. Gerade diese Mischung aus Bescheidenheit und Begeisterung gab dem Auftritt etwas sehr Sympathisches. Zugleich nutzte sie die Gelegenheit, um auf ein nationales Junioren-Turnier in Mücheln am 21. März um 14 Uhr in der Sporthalle Mücheln hinzuweisen und damit auch ihrem Sport in der Region noch einmal mehr Sichtbarkeit zu geben.
Mehr als nur ein netter Kochabend
Am Ende blieb deshalb mehr hängen als nur die Erinnerung an einen unterhaltsamen Livestream. Die dritte Folge von „Czekalla kocht“ zeigte, dass sich zwischen Küchenspaß und Zuschauerfragen auch Themen unterbringen lassen, die für viele Menschen vor Ort tatsächlich wichtig sind. Da wurde gelacht, improvisiert und gekocht – aber eben auch über Dinge gesprochen, die die Region bewegen.
Vielleicht lag genau darin die Stärke dieses Abends: Dass er leicht wirkte, ohne belanglos zu sein. Und dass zwischen Pfanne, Publikum und Plauderei immer wieder durchschimmerte, worum es im Kern eigentlich geht – um Zusammenhalt, um Perspektiven und um die Frage, wie man der Region neue Impulse geben kann.
Eine vierte Folge wurde bereits angekündigt – dann als Open-Air-Ausgabe.
Das ganze Video findet man auf Instagram unter https://www.instagram.com/p/DVt0-0rjGh4/ oder unten im Feed-Fenster.


















