Foto: Anlagen in Leuna © PantherMediaSeller / Depositphotos
Das Insolvenzverfahren für Leuna-Polyamid ist eröffnet. Nach Angaben des Unternehmens hat der Verwalter die überwiegende Mehrheit der Anlagen und Grundstücke freigegeben. Die Beschäftigten sollen die Anlagen zunächst weiter abfahren und sichern.
Für die LEUNA-Polyamid GmbH ist das Insolvenzverfahren eröffnet. Das zuständige Gericht in Halle (Saale) hat das am Donnerstag, dem 1. Oktober, entschieden, teilte das Unternehmen mit. Bislang lief das Verfahren seit dem 20. Juni in Eigenverwaltung, jetzt wird es als Regelinsolvenzverfahren fortgeführt, mit dem bisherigen Sachwalter Prof. Dr. Flöther als Insolvenzverwalter. Das Abfahren der Anlagen verlaufe dabei weiterhin planmäßig.
Unmittelbar nach der Eröffnung hat Flöther nach Angaben des Unternehmens die überwiegende Mehrheit der Anlagen und Grundstücke freigegeben. Sie fallen damit an die inzwischen masselose Gesellschaft zurück, die das weitere Abfahren und die Sicherung betreibt. Welche Anlagen und Grundstücke von der Freigabe ausgenommen blieben, teilt das Unternehmen nicht mit.
Begonnen hatte das Herunterfahren bereits im September, seither werden die Anlagen schrittweise angehalten. In den ersten Oktobertagen sollen nun auch die letzten Produktmengen die Anlagen verlassen, erst danach soll für die Beschäftigten die Arbeit vor Ort beginnen, die Sicherung, Entleerung und Reinigung der Anlagen, überwacht vom Landesverwaltungsamt als die zuständigen Behörde für Gefahrenabwehr.
Die Beschäftigten bleiben zunächst für das Abfahren im Einsatz
Die Beschäftigten würden auch weiterhin gebraucht, um die Anlagen abzufahren und zu sichern, ließ das Unternehmen wissen. Mittelfristig wolle man gemeinsam mit der Arbeitsagentur und mit vielen Unternehmen am Chemiestandort und in der Region nach Lösungen für die weitere Beschäftigung suchen. Trotz der schwierigen Lage der Branche gebe es weiterhin Investitionen in der chemischen Industrie und damit Interesse an gut ausgebildeten Fachkräften. Wie viele Menschen derzeit noch bei LEUNA-Polyamid arbeiten und wie lange sie gebraucht werden, lässt das Unternehmen offen.
Vor sechs Monaten übernahm die neue Gesellschaft die Aktivitäten der DOMO Caproleuna
Erst zum 1. April hatte die neu gegründete Gesellschaft, hinter der die InfraLeuna und die LEUNA-Harze GmbH stehen, die Aktivitäten der insolventen DOMO Caproleuna übernommen. Nach Angaben des Insolvenzverwalters im DOMO-Verfahren wechselten damals 436 Beschäftigte mit, 39 verloren ihre Stelle.
Keine sechs Monate später, Anfang September, hatte LEUNA-Polyamid dann selbst mitteilen müssen, im Investorenprozess sei kein belastbares Angebot eingegangen und die Anlagen würden abgefahren. Damals war von rund 400 betroffenen Beschäftigten die Rede, eine Bestätigung des Unternehmens dazu steht bis heute aus.
Wenige Tage danach, am 11. September, hatte die InfraLeuna als Gesellschafterin von LEUNA-Polyamid auf Anfrage mitgeteilt, sie rechne mit Umsatzeinbußen, auch personelle Anpassungen seien zu prüfen.








