Mehr Menschen in Sachsen-Anhalt wagen die Selbstständigkeit

ÜberregionalMehr Menschen in Sachsen-Anhalt wagen die Selbstständigkeit

Immer mehr Arbeitslose in Sachsen-Anhalt gründen eine eigene Firma – besonders bei Frauen legt die Zahl der Neugründungen deutlich zu, wie die Bundesagentur für Arbeit mitteilt.


Die Selbstständigkeit in Sachsen-Anhalt wird für ehemals Arbeitslose offenbar attraktiver. Wie die Regionaldirektion Sachsen-Anhalt-Thüringen der Bundesagentur für Arbeit am Mittwoch mitteilte, ist die Zahl der Neugründungen aus der Erwerbslosigkeit seit dem Ende der Corona-Pandemie wieder gestiegen.

Im Jahr 2022 wagten in Sachsen-Anhalt 1.898 Menschen diesen Schritt, in diesem Jahr sind es bereits 2.271 — ein Plus von rund 20 Prozent, wie die Behörde vorrechnet.

Bei Frauen fällt der Zuwachs besonders deutlich aus

Noch deutlicher zeigt sich der Trend bei den Frauen. 2022 zählte die Statistik 774 Gründerinnen, die zuvor arbeitslos gemeldet waren, in diesem Jahr entschieden sich bereits 1.053 Frauen für eine eigene berufliche Existenz, ein Zuwachs von etwa 36 Prozent. Nach Einschätzung der Regionaldirektion bleibt die Selbstständigkeit in Sachsen-Anhalt besonders für Frauen ein Weg, Beruf und Familie eigenbestimmt zu gestalten und flexiblere Arbeitsmodelle umzusetzen.

Als Treiber nennt die Behörde zum einen Förderprogramme wie den Gründungszuschuss für Bezieher von Arbeitslosengeld I und das Einstiegsgeld innerhalb der Grundsicherung. Zum anderen erleichtere die inzwischen breite Verfügbarkeit Künstlicher Intelligenz nach eigener Einschätzung der Regionaldirektion Gründungen, etwa bei Businessplänen und Finanzkalkulationen.

Der Behördenchef betont die Grenzen der Technik

Markus Behrens, Vorsitzender der Geschäftsführung der BA-Regionaldirektion Sachsen-Anhalt-Thüringen, erklärte: „Seit dem Ende der Corona-Pandemie erleben wir eine zunehmende Dynamik bei Neugründungen. Immer mehr Frauen nutzen die Zeit der Arbeitslosigkeit zur Vorbereitung auf eine hauptberufliche Selbstständigkeit.“ Zugleich betonte er, dass KI und Algorithmen das Fundament einer erfolgreichen Selbstständigkeit nicht ersetzen, nötig seien weiterhin kaufmännisches Denken, Disziplin und Eigenverantwortung.

Wer einen solchen Schritt plant, kann sich laut Regionaldirektion bei Arbeitsagenturen und Jobcentern beraten lassen, von der ersten Idee bis zur Umsetzung. Dabei arbeiten die Behörden auch mit Kammern und weiteren Partnern zusammen.

Mit Material der dts Nachrichtenagentur.

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